Stadtwirtschaft beteiligt sich an Audioprojekt zum Widerstand im Kontext der NS-Zwangsarbeit
Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus Weimar realisiert in Zusammenarbeit mit der Agentur FUNKHAUS ost das audionarrative Geschichtsprojekt „Widerstand. Hörgeschichten aus Thüringen 1939-1945“, das ab dem 8. Mai sowohl auf dem eigenen Smartphone als auch im Rahmen einer Installation im Museum Zwangsarbeit ist.
Zum Inhalt:
Seit ihrer Machtübernahme 1933 bauten die Nationalsozialisten die deutsche Gesellschaft nach ihren politischen und rassistischen Vorstellungen um. Ausgrenzung und Gewalt gegen Andersdenkende und angeblich Minderwertige gehörten nun zum Alltag. Die große Mehrheit der Bevölkerung identifizierte sich mit der neuen Ordnung. Nur wenige stellten sich von Beginn an gegen sie.
Mit dem Krieg weiteten die Deutschen ihre Vorstellungen auf ganz Europa aus – ganze Staaten und Bevölkerungen wurden zur Kriegsbeute. Millionen Menschen aus allen besetzten Gebieten Europas wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt – mehrere Hunderttausend allein nach Thüringen. Als zivile Zwangsarbeiter:innen, als Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge mussten sie mehrheitlich für die Rüstungsindustrie oder in der Landwirtschaft arbeiten. Zugleich trennten strenge Regeln ihre Lebenswelten von denen der Deutschen. Wer dagegen verstieß, musste mit Bestrafung rechnen. Doch auch unter diesen Bedingungen gab es Menschen, die „Nein“ sagten, die nicht mitmachten und sich dem Zwang zur Anpassung widersetzten – spontan oder aufgrund gefestigter Überzeugungen.
Die zwölf zu hörenden Geschichten beruhen auf Geschehnissen in Thüringen. Sie handeln von alltäglichen Begegnungen und Beziehungen zwischen Deutschen und zivilen Zwangsarbeiter:innen, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen. Sie zeugen von Mitmenschlichkeit, Selbsthilfe, Gegenwehr und vom bloßen Willen, zu überleben. Sie erzählen von einem Widerstehen, das Mut erforderte und mit Risiken verbunden war.
Zehn Busse der Stadtwirtschaft Weimar GmbH werden mit einem QR-Code versehen sein, der auf die Homepage des Projektes führt. Dort können die Geschichten angehört werden. Die Stadtwirtschaft geben mit ihrer Beteiligung am Projekt zeitgemäßer historisch-politischer Bildung Raum und unterstützen eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Thüringen und darüber hinaus.

